Meyer Werft will Fregatten bauen

Die Papen­bur­ger Mey­er Werft – gefei­er­ter, wenn­gleich umstrit­te­ner Giga-Kreuzfahrt-Schiffbauer – denkt laut aktu­el­len Berich­ten dar­über nach, die Gunst der Stun­de zu nut­zen und ins Rüs­tungs­ge­schäft ein­zu­stei­gen. Die Lin­ke Nie­der­sach­sen hat die­ser Idee hef­tig wider­spro­chen: Das sei „gesell­schaft­lich verantwortungslos“. 

Der momen­ta­ne Geschäfts­füh­rer Ralf Schmitz, eigent­lich als Sanie­rer und Kri­sen­ma­na­ger geholt, soll laut Radio Bre­men kürz­lich dem Han­dels­blatt erklärt haben, mit der vor­han­de­nen Supra­struk­tur der Werft im Ems­land kön­ne man pro­blem­los auch vier bis fünf Fre­gat­ten in Serie bau­en, das kön­ne sonst kei­ner in Deutschland.

Zur Erin­ne­rung: Es ist noch kein Jahr her, da war die Mey­er Werft wegen äuße­rer und inne­rer Kri­sen kurz vor dem Kol­laps und konn­te schließ­lich nur mit sehr viel Steu­er­geld „geret­tet“ wer­den. Seit­her gehö­ren dem Bund und dem Land Nie­der­sach­sen jeweils 40 Pro­zent der Unter­neh­mens­an­tei­le, die Fami­lie des Patri­ar­chen Ber­nard Mey­er hält nur noch die rest­li­chen 20 Pro­zent. 400 Mil­lio­nen Euro plus Bürg­schafts­kre­di­te in Höhe von 2,6 Mil­li­ar­den Euro haben Ex-Kanzler Olaf Scholz (SPD) und der dama­li­ge nie­der­säch­si­sche Minis­ter­prä­si­dent Ste­fan Weil (SPD) sich das kos­ten las­sen – bezie­hungs­wei­se den Steu­er­zah­lern als Schul­den­last aufgebürdet.

Der Lan­des­vor­sit­zen­de der Links­par­tei, Thor­ben Peters, hat dazu eine kla­re Mei­nung: Es sei „abso­lut inak­zep­ta­bel, dass ein mit Hun­der­ten Mil­lio­nen Euro aus Steu­er­gel­dern geret­te­tes Unter­neh­men jetzt aus­ge­rech­net in die Pro­duk­ti­on von Kriegs­schif­fen ein­stei­gen will.“ Die Mey­er Werft sei schließ­lich nicht geret­tet wor­den, „um am Krieg zu ver­die­nen – son­dern um Arbeits­plät­ze im zivi­len Schiff­bau zu sichern“. Peters wei­ter: „Statt den drin­gend not­wen­di­gen sozial-ökologischen Umbau der Indus­trie vor­an­zu­trei­ben, droht nun ein Ein­stieg in eine Bran­che, die von glo­ba­ler Auf­rüs­tung, Tod und Zer­stö­rung lebt.“

Öffent­li­che Mit­tel dürf­ten nicht in mili­tä­ri­sche Pro­jek­te flie­ßen, ver­lang­te er von der Lan­des­re­gie­rung eine sofor­ti­ge Klar­stel­lung – ein heh­rer Wunsch, der aber in Zei­ten Scholz-Pistorius’scher „Zei­ten­wen­de“ etwas illu­so­risch sein dürf­te. Trotz­dem gip­felt Peters‘ State­ment in einer kor­rek­ten Schluss­for­de­rung: „Rüs­tung sichert kei­ne Zukunft – sie zer­stört sie. Wer heu­te Kriegs­schif­fe baut, zemen­tiert das Elend von morgen.“

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WATERKANT-Redaktion