Nach wie vor muss der Rhein immer neue Giftfrachten der Chemie-Industrie verkraften: Wie die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) in einer Pressemitteilung schreibt, haben Recherchen der Umweltschutzorganisation BUND große Mengen an Pestiziden und PFAS-Substanzen im Rhein bei Leverkusen nachgewiesen: „Die PFAS-Rückstände überschritten den Orientierungswert zeitweise um das 50-Fache.“
„Seit mehr als 150 Jahren benutzt die Chemie-Industrie den Rhein nun schon als das, was sie Anfang des 20. Jahrhunderts einmal ‚Opferstrecke‘ genannt hat“, so Brigitte Hincha-Weisel von der CBG: „Und die staatlichen Stellen haben dem offenbar wenig entgegenzusetzen“. Zwar ist Leverkusen nach wie vor Standort des BAYER-Konzerns, aber die aktuellen Untersuchungen betreffen den so genannten „Chempark“ – welch‘ unsäglich verharmlosende Namensgebung! –, einer Ausgliederung von BAYER, die heute von einer Firma namens Currenta betrieben wird und 2019 von BAYER an einen australischen Fond verkauft worden ist. Allerdings betont BAYER eine „weiterhin enge“ Zusammenarbeit mit Currenta.
Laut CBG-Mitteilung gelangen vom Leverkusener Chempark aus nicht nur besagte große Mengen an Pestiziden und PFAS-Substanzen in den Rhein, auch die Konzentrationen von Ackergiften wie Prothioconazol, Imidacloprid und Cyproconazol seien in „bedenklichen Höhen“ nachgewiesen worden. Zudem seien die beiden Letztgenannten Stoffe, denen die EU wegen ihres Gefährdungspotenzials die Genehmigung entzogen habe. Prothioconazol und Imidacloprid stelle der BAYER-Konzern am Standort Dormagen her. Pestizide, die zu den PFAS zählen – wie Flufenacet und Fluopyram – produziere er dort ebenfalls: „Daher liegt die Vermutung nahe, dass zumindest ein Teil der Giftfrachten von dort stammt, zumal es zwischen Dormagen und Leverkusen einen lebhaften Müll-Tourismus – beziehungsweise einen „wechselseitigen Entsorgungsverbund“ – gebe, so die CBG.
Weitere Informationen auf der CBG-Webseite
sowie hier zur Currenta-Struktur.





















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