Weservertiefung „vergessen“ :-)

Dumm gelau­fen: Da rau­fen sich die „Spit­zen­ver­tre­ter“ nord­deut­scher Arbeitgeber- und Wirt­schafts­ver­bän­de zusam­men, prä­sen­tie­ren der Ver­kehrs­mi­nis­ter­kon­fe­renz mit viel Medien-Pohau eine „gemein­sa­me Vor­rang­lis­te“ der zehn wich­tigs­ten Ver­kehrs­pro­jek­te der Regi­on – und ver­ges­sen die Weser­ver­tie­fung. Wie blöd ist das denn?

Aus Schleswig-Holstein, Ham­burg, Nie­der­sach­sen, Bre­men und Mecklenburg-Vorpommern waren sie zusam­men­ge­kom­men, um den Poli­ti­kern mal anzu­sa­gen, was denn drin­gend gebraucht würde:

  • Lücken­schluss der A 14 von Schwe­rin bis Magdeburg,
  • Küs­ten­au­to­bahn A 20 mit fes­ter Elb­que­rung bei Glückstadt,
  • vier­spu­ri­ger Aus­bau der A 26 vom A-20-Anschluss bei Droch­ter­sen bis Hamburg,
  • Ring­schluss der A 281 in Bremen,
  • Lücken­schluss zwi­schen Wolfs­burg und Lüne­burg durch die A 39,
  • Elb­ver­tie­fung und Aus­bau des Nord-Ostsee-Kanals,
  • Feh­marn­belt­que­rung und deren kon­ti­nen­ta­le Hinterlandanbindung,
  • die soge­nann­te Y-Trasse der Bahn zwi­schen Ham­burg, Han­no­ver und Bremen,
  • zwei­glei­si­ger Aus­bau der „Wed­de­ler Schlei­fe“ zwi­schen Wed­del bei Braun­schweig und Wolfsburg-Fallersleben,
  • Erwei­te­rung des Schiffs­he­be­wer­kes Scharne­beck am Elbe-Seitenkanal.

Vom „gro­ßen Nach­hol­be­darf“ des Nor­dens beim Aus­bau der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur war in dem For­de­rungs­ka­ta­log die Rede, die aktu­el­le Ver­kehrs­mi­nis­ter­kon­fe­renz sol­le „ein kla­res Bekennt­nis für höhe­re Ver­kehrs­aus­ga­ben“ beschlie­ßen, denn „alle zehn Vor­ha­ben auf der Prio­ri­tä­ten­lis­te“ sei­en von exis­ten­zi­el­ler Bedeu­tung. „Wir wol­len Dampf auf den Kes­sel brin­gen“, wur­de der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Unter­neh­mens­ver­bän­de in Ham­burg und Schleswig-Holstein, Micha­el Tho­mas Fröh­lich, zitiert; die Ver­kehrs­ver­hält­nis­se sei­en „desas­trös“, Unter­neh­men droh­ten sich „aus dem Nor­den zu ver­ab­schie­den“. Fröh­lich bekam denn auch Unter­stüt­zung von Hans-Werner Blö­cker vom Bau­in­dus­trie­ver­band in Schleswig-Holstein und Ham­burg: Der ver­lang­te von der Poli­tik eine bun­des­wei­te Finan­zie­rungs­ge­sell­schaft für die Ver­kehrs­in­fra­struk­tur mit eige­nem Haus­halt und dem Recht, Kre­di­te auf­neh­men zu dür­fen; auch die Ein­nah­men aus Lkw- und Pkw-Maut müss­ten dort einfließen.

Kras­se Töne – der Kat­zen­jam­mer folg­te unmit­tel­bar (Update): In Bre­men und Bre­mer­ha­ven jaul­ten sowohl Wirt­schafts­ver­tre­ter als auch Poli­ti­ker auf und kri­ti­sier­ten mit teil­wei­se har­schen Wor­ten, dass in der Prio­ri­tä­ten­lis­te aus­ge­rech­net die geplan­te Weser­ver­tie­fung feh­le. Mar­cel Christ­mann als Geschäfts­füh­rer der bre­mi­schen Unter­neh­mens­ver­bän­de sprach von einer „Irri­ta­ti­on“ und einem „inter­nen Feh­ler“. Prompt wur­de das ach, so wich­ti­ge Ver­kehrs­we­ge­kon­zept der nord­deut­schen Wirt­schaft nach­ge­bes­sert. Denn man dür­fe sich ja mit Blick auf die Chan­cen bei der Mit­tel­ver­tei­lung sei­tens des Bun­des nicht aus­ein­an­der­di­vi­die­ren las­sen, beeil­te sich der Spre­cher des bre­mi­schen Wirtschafts- und Hafen­se­na­tors, Hol­ger Bruns, zu versichern.

Wie auch immer: Der Spott ist allen an dem lücken­haf­ten Kon­zept Betei­lig­ten erst ein­mal gewiss…

Mehr sie­he hier: „Schleswig-Holsteinische Lan­des­zei­tung“ vom 1. Okto­ber 2014, „Nordsee-Zeitung“ vom 7. Okto­ber 2014.

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WATERKANT-Redaktion