Krabbenpulmaschine: Neuer Versuch

Anfang kom­men­den Jah­res soll ein For­schungs­pro­jekt gestar­tet wer­den, bei dem nord­west­deut­sche Krab­ben­fi­scher mit wis­sen­schaft­li­cher Unter­stüt­zung eine Krab­ben­pul­ma­schi­ne ent­wi­ckeln wol­len. Sie wol­len damit ihre wirt­schaft­li­che Abhän­gig­keit vom über­wie­gend nie­der­län­disch majo­ri­sier­ten Groß­han­del verringern. 

Laut einer Pres­se­mit­tei­lung der Erzeu­ger­ge­mein­schaft der deut­schen Krab­ben­fi­scher (EZDK) von heu­te wol­len Wis­sen­schaft­ler gemein­sam mit den Fischern einen Pro­to­typ einer sol­chen Pul­ma­schi­ne bau­en und zugleich einen Plan für eine regio­na­le Ver­mark­tung ent­wi­ckeln. Die Coro­na­pan­de­mie habe gezeigt, wie sehr die Kut­ter­ka­pi­tä­ne vom Groß­han­del abhän­gig sind, heißt es wei­ter, denn der orga­ni­sie­re das Ent­schä­len in Marok­ko. Das Pro­blem: Krab­ben­fleisch fin­de guten Absatz, wäh­rend Krab­ben in Scha­le lie­gen blieben.

Krab­ben­fleisch anzu­bie­ten, ist nicht nur ein Preis­pro­blem, weil das Pulen hier­zu­lan­de die Ware ver­teu­ert; die­se frü­her tra­di­tio­nell meist in Heim­ar­beit erle­dig­te Arbeit ist heut­zu­ta­ge auch durch EU-Hygienevorschriften dras­tisch regu­liert – mit der Fol­ge, dass die Gar­ne­len per Luft­fracht oder Lkw rund 3000 Kilo­me­ter nach Marok­ko gebracht, dort geschält und dann zurück trans­por­tiert wer­den; „zu güns­ti­ge­ren Löh­nen“ nen­nen das die einen, „Aus­beu­tung“ die ande­ren. Der Trick der Groß­händ­ler, die­se Arbeit fern­ab in Nord­afri­ka (oder auch in Polen) erle­di­gen zu las­sen, senkt zwar den End­preis, ist aber öko­lo­gisch (vor allem kli­ma­po­li­tisch) kom­plet­ter Blöd­sinn – und viel­fach eben auch unsozial.

In Zukunft, so die EZDK, wol­len die Fischer ihre Geschäf­te ger­ne wie­der stär­ker in die eige­nen Hän­de neh­men. Da bis­he­ri­ge Ver­su­che, Krab­ben maschi­nell zu pulen, kei­ne befrie­di­gen­den Ergeb­nis­se gebracht haben, soll das For­schungs­pro­jekt nun einen neu­en Anlauf ein­lei­ten. Soll­te das Vor­ha­ben gelin­gen, könn­ten die Krab­ben dann wie­der wie frü­her an der hei­mi­schen Küs­te geschält und direkt ver­mark­tet werden.

Die Pres­se­mit­tei­lung im Ori­gi­nal ist hier zu finden.

 

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WATERKANT-Redaktion