{"id":11280,"date":"2023-07-22T17:10:23","date_gmt":"2023-07-22T15:10:23","guid":{"rendered":"https:\/\/waterkant.info\/?p=11280"},"modified":"2024-12-24T14:06:35","modified_gmt":"2024-12-24T13:06:35","slug":"kanada-kampf-gegen-streikverbot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waterkant.info\/?p=11280","title":{"rendered":"Kanada: Kampf gegen Streikverbot"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem 1. Juli tobt in mehreren kanadischen Pazifikh\u00e4fen ein heftiger Arbeitskampf. Eigentlich h\u00e4tte er nach einer mehrt\u00e4gigen Vermittlungspause am Mittwoch dieser Woche fortgesetzt werden sollen, und zwar unbefristet. Das aber muss \u2013 zumindest vorerst \u2013 unterbleiben, denn die Gewerkschaft hat den Streikaufruf auf massiven politischen Druck hin zur\u00fcckziehen m\u00fcssen.\u00a0\u00a0 <!--more--><\/p>\n<p>Es war, wie die Internationale Transportarbeiter-F\u00f6deration (ITF) mitteilte, der erste maritime Arbeitskampf in der Region seit rund 30 Jahren. Getragen und organisiert wurde der Streik von der der ITF angeschlossenen <em>International Longshore and Warehouse Union Canada<\/em> (ILWU Canada). Das maritime Magazin HANSA berichtete, der Streik habe unter anderem die wichtigen Containerh\u00e4fen Vancouver und Prince Rupert lahmgelegt, Schiffe h\u00e4tten warten oder teilweise in US-amerikanische H\u00e4fen umgeleitet werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Es geht um einen Tarifvertrag, der Ende M\u00e4rz ausgelaufen war und \u00fcber dessen Neufassung die ILWU und der Arbeitgeberverband <em>British Columbia Maritime Employer Association<\/em> (BCMEA) seit Monaten verhandelt hatten. Neben Lohnerh\u00f6hungen fordert die ILWU vor allem Regelungen zum Schutz der Arbeitspl\u00e4tze bei zunehmender Automatisierung sowie ein Ende der Auslagerung von Arbeit, um tarifliche Standards zu umgehen oder auszuhebeln. Am 13. Juli war der Ausstand auf Druck der BCMEA unterbrochen worden, es kam zu einer nach kanadischem Recht vorgeschriebenen Bundesvermittlung.<\/p>\n<p>Deren Ergebnis jedoch lehnte die Gewerkschaft als unzureichend ab \u2013 vor allem, weil die Arbeitgeber eine vierj\u00e4hrige Laufzeit verlangen. Das sei angesichts der aktuellen Lage \u2013 von Pandemie \u00fcber Inflation bis zu Kriegsfolgen \u2013 unzumutbar, zumal die maritime Wirtschaft seit Jahren Rekordgewinne eingefahren h\u00e4tte; die gelte es nun mit den unter krassen Lebenshaltungskosten leidenden Besch\u00e4ftigten fair zu teilen. Also rief die ILWU zur Fortsetzung des Arbeitskampfs auf, erntete damit aber nur massive Drohungen seitens der Regierung: Das maritime Portal <em>Splash247<\/em> aus Singapur berichtete am Mittwoch, die Premierministerin von Alberta, Danielle Smith, habe \u2013 in Abstimmung mit mehreren regionalen Handelskammern \u2013 getwittert, dass \u201edie Bundesregierung das Parlament erneut einberufen und Gesetze f\u00fcr die R\u00fcckkehr dieser Arbeitnehmer an ihren Arbeitsplatz erlassen\u201c m\u00fcsse. Eben diese Vorgehensweise hatte vor wenigen Jahren einen \u00e4hnlichen <a href=\"https:\/\/waterkant.info\/?p=7711\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Streik in Montreal administrativ beendet<\/a>.<\/p>\n<p>Auch dieses Mal zeigte sich die Politik folgsam gegen\u00fcber dem Druck der Wirtschaft: Die Schlichtungsbeh\u00f6rde, das <em>Canada Industrial Relations Board<\/em>, entschied nach einer Krisensitzung von Premierminister Justin Trudeau, dass der erneute Streik der Arbeiter illegal sei. Formal geht es um Fristen f\u00fcr den Streikaufruf, die vorgeschriebene 72-Stunden-Ank\u00fcndigung sei nicht eingehalten worden. Insofern bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.<\/p>\n<p><strong>Breite Solidarit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Bis dahin aber stehen die westkanadischen Hafenarbeiter nicht allein. Laut ITF erfahren sie breite Solidarit\u00e4t aus allen ILWU-Gliederungen und anderen Gewerkschaften ganz Nordamerikas. Hinzu kommt internationale \u2013 politische wie finanzielle \u2013 Unterst\u00fctzung, etwa seitens der Maritime Union of Australia (MUA) und der Maritime Union of New Zealand (MUNZ). Auch aus Europa gibt es aktive Solidarit\u00e4t, unter anderem durch ITF-Pr\u00e4sident Paddy Crumlin. Der Chef der niederl\u00e4ndischen Hafenarbeitergewerkschaft FNV, Niek Stam, aus Rotterdam begleitet ihn: \u201eWir werden uns den Streikposten entlang der Westk\u00fcste anschlie\u00dfen und wir sind bereit, die Ma\u00dfnahmen bei Bedarf zu versch\u00e4rfen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_12178\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/waterkant.info\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/hinweis-auf-jw-veroeffentlichung.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12178\" class=\"wp-image-12178 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/waterkant.info\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/hinweis-auf-jw-veroeffentlichung-150x44.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"44\" srcset=\"https:\/\/waterkant.info\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/hinweis-auf-jw-veroeffentlichung-150x44.jpg 150w, https:\/\/waterkant.info\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/hinweis-auf-jw-veroeffentlichung-300x88.jpg 300w, https:\/\/waterkant.info\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/hinweis-auf-jw-veroeffentlichung.jpg 427w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12178\" class=\"wp-caption-text\">www.jungewelt.de<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem 1. 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