{"id":13760,"date":"2025-07-31T01:05:07","date_gmt":"2025-07-30T23:05:07","guid":{"rendered":"https:\/\/waterkant.info\/?p=13760"},"modified":"2026-02-16T15:48:06","modified_gmt":"2026-02-16T14:48:06","slug":"crewing-philippinen-machen-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waterkant.info\/?p=13760","title":{"rendered":"Crewing: Philippinen machen Druck"},"content":{"rendered":"<p>Das philippinische Department of Migrant Workers (DMW) hat die im Lande lizensierten maritimen Besatzungsagenturen angewiesen, keine philippinischen Seeleute mehr auf Schiffen einzusetzen, die als hochriskant eingestufte Routen befahren; namentlich z\u00e4hlen dazu der Golf von Aden und das Rote Meer. Das berichten aktuell mehrere Schifffahrtsportale wie Hamburgs <em>Hansa<\/em> oder Singapurs <em>Splash247<\/em>.\u00a0 <!--more--><\/p>\n<p>Ein entsprechender Appell der Regierung in Manila erging zugleich auch an die internationale maritime Wirtschaft \u2013 unter deutlichem Hinweis auf die insbesondere im fraglichen Gebiet herrschenden unsicheren Verh\u00e4ltnisse:\u00a0Anlass ist zum einen der j\u00fcngste Angriff der jemenitischen Ansarollah (\u201eHuthis\u201c) auf den unter liberianischer Flagge fahrenden Massengutfrachter <em>Eternity C<\/em> (IMO 9588249), der kurz darauf gesunken war; von 22 Besatzungsmitgliedern (darunter 21 Philippinos) konnten nur acht gerettet werden. Unmittelbar zuvor hatten die Ansarollah auch den Bulker <em>Magic Seas<\/em> (IMO 9736169) \u2013 ebenfalls in Liberia registriert \u2013 attackiert und versenkt. Zum anderen erkl\u00e4rt sich das philippinische Vorgehen durch die k\u00fcrzliche Mitteilung der Ansarollah, die darin unter dem Schlagwort \u201e4. Phase\u201c eine Eskalation ihrer \u201emaritimen Kampagne\u201c ank\u00fcndigten: Gemeint sind damit Angriffe auf alle Schiffe (unabh\u00e4ngig von Flagge, Besitz oder Zielhafen), die ihrer Auffassung nach mit israelischen H\u00e4fen Gesch\u00e4fte machen \u2013 allerdings ist dies eine Kategorisierung, die bereits wiederholt missachtet worden sei, halten Schifffahrtsexperten dem entgegen.<\/p>\n<p>Das Vorgehen des DMW k\u00f6nnte eine schwere Krise der globalen Handelsschifffahrt nach sich ziehen. Denn nach Angaben Manilas stellen zigtausend heimische Seeleute knapp 35 Prozent aller globalen Handelsschiffsbesatzungen. Zwar meiden gro\u00dfe Reedereien wie etwa die gro\u00dfen Containerkonzerne MSC (Schweiz), D\u00e4nemarks M\u00e6rsk oder Hapag-Lloyd schon seit Monaten die Fahrt um Jemen und durch den Suezkanal, nehmen daf\u00fcr den Umweg um S\u00fcdafrika in Kauf. Aber insbesondere in der Massengut- und Tankschifffahrt nutzen immer noch Etliche die kurze Route durch das riskante Gebiet \u2013 unter anderem griechische Reeder, denen etwa auch die beiden j\u00fcngst versenkten Schiffe geh\u00f6rten. Laut Hansa sch\u00e4tzen Branchenexperten, dass rund die H\u00e4lfte der Schiffe im Roten Meer von der DMW-Direktive betroffen sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>Deutsche Reedereien beteiligt<\/strong><\/p>\n<p>Klar, ein regierungsamtlicher Appell kann, muss aber nicht international auch befolgt werden. Anders ist die Wirkung der Direktive auf den Philippinen selbst einzustufen: Die eingangs erw\u00e4hnten, dort lizensierten Crewing-Agenturen geh\u00f6ren sehr oft ausl\u00e4ndischen Reedern und qualifizieren heimische Seeleute f\u00fcr eigene Schiffe. So listet etwa auch die Webseite der deutsch-philippinischen Industrie- und Handelskammer mehrere solcher Agenturen auf, unter anderem die <em>Doehle Seafront Crewing Inc.<\/em>, die als Tochterunternehmen der Hamburger <em>Reederei Peter D\u00f6hle<\/em> (PD) die \u201eBereitstellung hervorragender und hochwertiger Crewing-Dienstleistungen f\u00fcr internationale Schiffsbesitzer und -betreiber weltweit seit 2009\u201c anbietet. Der Verband Deutscher Reeder, dessen aktuelle Pr\u00e4sidentin Gaby Bornheim zugleich PD-Chefin ist, bezifferte im Fr\u00fchjahr 2023 die Anzahl der allein in europ\u00e4ischen Flotten eingesetzten Seeleute aus dem pazifischen Inselstaat auf rund 50.000.<\/p>\n<p>Mit der staatlichen Lizenzierung unterliegen die meisten dieser Agenturen dem Reglement des DMW. Der f\u00fcr die Beh\u00f6rde zust\u00e4ndige Minister Leo Cacdac unterstrich unmissverst\u00e4ndlich, es reiche nicht aus, nur zu sagen \u201ewir treffen die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen\u201c: Entscheidend sei es, sie tats\u00e4chlich zu treffen. Hansa berichtet, jene Reedereien, die ihre Seeleute in diesen Agenturen rekrutieren, m\u00fcssten ihnen k\u00fcnftig ein uneingeschr\u00e4nktes R\u00fcckzugsrecht gew\u00e4hren, sichere Heimreise garantieren und sie mit zwei Monatsgeh\u00e4ltern entsch\u00e4digen; Verst\u00f6\u00dfe k\u00f6nnten mit Lizenzentzug oder Bu\u00dfgeldern geahndet werden. Nach Angaben der philippinischen Zentralbank \u00fcberweisen die in \u00dcbersee besch\u00e4ftigten heimischen Seeleute regelm\u00e4\u00dfig mehrere Milliarden US-Dollar zur Unterst\u00fctzung ihrer Familien nach Hause.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_12178\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/waterkant.info\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/hinweis-auf-jw-veroeffentlichung.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12178\" class=\"wp-image-12178 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/waterkant.info\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/hinweis-auf-jw-veroeffentlichung-150x44.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"44\" srcset=\"https:\/\/waterkant.info\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/hinweis-auf-jw-veroeffentlichung-150x44.jpg 150w, https:\/\/waterkant.info\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/hinweis-auf-jw-veroeffentlichung-300x88.jpg 300w, https:\/\/waterkant.info\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/hinweis-auf-jw-veroeffentlichung.jpg 427w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12178\" class=\"wp-caption-text\">www.jungewelt.de<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das philippinische Department of Migrant Workers (DMW) hat die im Lande lizensierten maritimen Besatzungsagenturen angewiesen, keine philippinischen Seeleute mehr auf Schiffen einzusetzen, die als hochriskant eingestufte Routen befahren; namentlich z\u00e4hlen dazu der Golf von Aden und das Rote Meer. 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