Arme Werra, arme Weser…

Die sie­ben Umwelt­mi­nis­ter der so genann­ten „Fluss­ge­biets­ge­mein­schaft Weser“ (FGG Weser) haben einen Bewirt­schaf­tungs­plan vor­ge­legt, der nach Ansicht der „Werra-Weser-Anrainerkonferenz“ (WWA) dem Kali-Unternehmen K+S die wei­te­re Ver­sal­zung der Flüs­se Wer­ra und Weser gestat­tet.

Die Umwelt­mi­nis­ter der Anrai­ner­län­der von Wer­ra und Weser haben sich auf einen gemein­sa­men Bewirt­schaf­tungs­plan für die­se Flüs­se geei­nigt. Er sieht vor, die Fris­ten und Qua­li­täts­zie­le der Was­ser­rah­men­richt­li­nie auf unbe­stimm­te Zeit aus­zu­set­zen und damit K+S die Mög­lich­keit zu geben, die Ver­sal­zung der Flüs­se Wer­ra und Weser fort­zu­set­zen.“ – So kom­men­tiert die „Werra-Weser-Anrainerkonferenz“ (WWA) das Abkom­men, das die so genann­te „Fluss­ge­biets­ge­mein­schaft Weser“ (FGG Weser) als „anspruchs­vol­les Ziel“ fei­ert: Wäh­rend die sie­ben Umwelt­mi­nis­ter der FGG-Mitgliedsländer Bay­ern, Bre­men, Hes­sen, Nie­der­sach­sen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thü­rin­gen behaup­ten, eine Eini­gung in der Fra­ge der Redu­zie­rung der Salz­be­las­tun­gen in Wer­ra und Weser erzielt zu haben (und sich dafür natür­lich medi­al fei­ern las­sen), wird tat­säch­lich nur gel­ten­des Recht den Kon­zern­in­ter­es­sen von K+S ange­passt, unter­ge­ord­net.

Der Ent­wurf des Bewirt­schaf­tungs­plans sieht vor, bis 2027 in der Weser einen ‚guten Zustand‘ zu errei­chen“, loben sich die Minis­ter – und ver­schwei­gen wie­der ein­mal, dass die Was­ser­rah­men­richt­li­nie der EU (WRRL) die­sen Sta­tus eigent­lich für 2015 vor­sieht; nur unter defi nier­ten Bedin­gun­gen ist eine Ver­län­ge­rung die­ser Ziel­mar­ke um zwei­mal je sechs Jah­re – also bis 2021 und dann 2027 – mög­lich. Wenn die Minis­ter also die­sen erwei­ter­ten Rah­men von vorn­her­ein in Anspruch neh­men, ist das ein Kotau vor K+S, ein Armuts­zeug­nis – und kein Erfolg!

Es ist noch ein lan­ger Weg zu einer salz­frei­en Weser und Wer­ra“, lässt sich Thü­rin­gens Umwelt­mi­nis­te­rin Anja Sie­ges­mund – immer­hin Mit­glied der ers­ten links­ge­führ­ten Lan­des­re­gie­rung! – zitie­ren. Kein Wun­der, wenn man „die Ent­schei­dung über die öko­no­misch bes­te Kom­bi­na­ti­on von Maß­nah­men“ zur Ein­hal­tung der WRRL dem Ver­ur­sa­cher K+S über­lässt. Und es ist schon fast per­vers, wenn Bre­mens grü­ner Umwelt­se­na­tor Joa­chim Loh­se sich „hoch erfreut“ zeigt, dass „den grund­le­gen­den Prin­zi­pi­en des Umwelt­schut­zes – Vor­sor­ge­grund­satz, Ver­ur­sa­cher­prin­zip und Schad­stoff­re­du­zie­rung an der Quel­le – nun end­lich auch an Wer­ra und Weser zur Gel­tung ver­hol­fen wird.“

Wie ätz­te doch die WWA so tref­fend in ihrer Pres­se­mit­tei­lung? „Fünf grü­ne Umwelt­mi­nis­ter – das hält kein Fluss aus.“

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WATERKANT-Redaktion