Vor 16 Jahren hat WATERKANT begonnen, sich kontinuierlich auch mit dem Problem der in Nord- und Ostsee versenkten oder hinterlassenen Munitions- und Kampfstoff-Altlasten zu befassen. Die meisten dieser Beiträge stammen von dem Koblenzer Experten Dr. Stefan Nehring, der seine ständig wachsenden Kenntnisse und Archivfunde teilweise exklusiv bei uns veröffentlicht hat. Anlässlich der „Kiel Munition Clearance Week“ im September 2021 stellen wir hier unsere zum Thema gehörenden Beiträge zur allgemeinen Verfügung (bitte Copyright beachten, danke). Das ist allerdings verbunden mit einer herzlichen Bitte: Der kostenlose Unterhalt dieser Webseite kostet Geld, wir freuen uns über freiwillige Spenden. Danke.
(Achtung: Die einzelnen PDF-Dateien sind je nach Umfang und Illustration zwischen 2 und 7 MB groß.)
Stand dieser Auflistung: 25. August 2023
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Jg. 20 / Heft 03 – September 2005
STEFAN NEHRING
Rüstungsaltlasten in der Nordsee
Das vergessene Erbe
Bis heute lagern in der Nordsee noch riesige Mengen Weltkriegsmunition. Obwohl der größte Anteil aus deutscher Produktion stammt, ist eine Sanierung nicht geplant. Erhebliche Umweltschäden und eine anhaltende Gefahr für die Fischerei sind die Folge.
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Jg. 20 / Heft 04 – Dezember 2005
STEFAN NEHRING und BURKHARD ILSCHNER
Die unkalkulierbaren Risiken des neuen deutsch-russischen Erdgas-Projekts
Ostsee-Pipeline – ein explosives Vorhaben
Am 9. Dezember 2005 ist in Babajewo, ungefähr 800 km östlich von St.Petersburg, unter großem Mediengetöse die erste Schweißnaht gesetzt worden für die neue Erdgas-Pipeline zwischen Russland und Deutschland. (…) Rund 1200 Kilometer der Rohrleitung sollen über den Grund der Ostsee von Wyborg an der Grenze zu Finnland bis zur deutschen Anlandung bei Lubmin nahe Greifswald verlaufen: Ein Vorhaben, das wegen einer Vielzahl von Risiken zunehmend auf unterschiedlichste Kritik stößt.
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Jg. 21 / Heft 04 – Dezember 2006
STEFAN NEHRING und MARC KOCH
Die Mythenbildung um die Munition im Meer
Gefahr aus der Tiefe
Still ruht das Meer – diese Vision, seit Jahrzehnten durch die Behörden gepflegt, gerät zunehmend in schwere See, zumindest was das mehr als sechzig Jahre alte Erbe des letzten Weltkrieges, nämlich die in Ost- und Nordsee versenkten Munitionsbestände betrifft. Viele um und über diese Altlasten propagierten Mythen erweisen sich bei genauerem Hinsehen als Blindgänger, die Fakten jedoch als hochexplosiv.
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Jg. 22 / Heft 02 – Juni 2007
BURKHARD ILSCHNER
Die Munitionsaltlasten am Meeresgrund, die Pipeline und ein obskurer Verein
Schluss mit der Geheimniskrämerei!
Seit Ende 2005 sind … die … Arbeiten an der umstrittenen russisch-deutschen Gaspipeline quer durch die Ostsee im Gange. (…) Als Haupthindernis gelten vor allem die extrem gefährlichen Munitions-Altlasten auf dem Meeresgrund entlang der geplanten Trasse. Jetzt wurde bekannt, dass die USA und Großbritannien ein an sich 1997 – nach 50 Jahren – auslaufendes Geheimabkommen über die Giftgasverklappungen nach dem Zweiten Weltkrieg stillschweigend um 20 Jahre, bis 2017, verlängert haben sollen. (…) Ohne detaillierte Informationen aber ist eine genaue Kartierung undenkbar, geschweige denn eine Bergung oder Entschärfung dieser Altlasten.
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Jg. 22 / Heft 04 – Dezember 2007
STEFAN NEHRING
Exklusiv in WATERKANT: Statistik über Unfälle mit versenkter Munition (Teil 1)
Pulverfass Ostsee
Erst seit wenigen Jahren rücken die lange vergessenen Rüstungsaltlasten in Nord- und Ostsee wieder zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Exklusiv in WATERKANT präsentiert der Altlasten-Experte Stefan Nehring hier erstmals eine umfassende Statistik über Unfälle mit alter Weltkriegsmunition, über Todesopfer und Verletzte. Der erste Teil widmet sich der Ostsee.
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Jg. 23 / Heft 01 – März 2008
STEFAN NEHRING
Exklusiv in WATERKANT: Statistik über Unfälle mit versenkter Munition (Teil 2)
Pulverfass Nordsee
Mindestens 581 Opfer durch versenkte Munition an der deutschen Nord- und Ostseeküste – das ist die erschreckende Bilanz der weltweit ersten umfassenden Statistik über Munitionsunfälle. Nach Teil 1, „Ostsee“, im vorigen Heft folgen nun der Teil „Nordsee“ sowie eine wertende Zusammenfassung.
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Jg. 23 / Heft 04 – Dezember 2008
STEFAN NEHRING
Munitionsversenkungen durch die Bundesrepublik Deutschland
Legende oder Wirklichkeit?
Wenn die Bundesregierung nach dem Verbleib der riesigen Munitionsmengen, die nach Ende des 2. Weltkrieges auf deutschem Boden lagerten, befragt wird, gibt es regelmäßig die gleiche Antwort: „Große Teile wurden von den Alliierten […] versenkt. Auch […] wurden weitere Mengen von Kampfstoffen durch die Sowjetunion und die DDR in die Ostsee verbracht. Zudem versenkten Großbritannien und Belgien zwischen 1920 und 1980 Kampfstoffe in der Nordsee und im Atlantik beziehungsweise dem Golf von Biskaya.“ Versenkungen durch die Bundesrepublik werden nie erwähnt: Gab es sie nie – oder möchte man sich nur nicht daran erinnern?
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Jg. 24 / Heft 03 – September 2009
STEFAN NEHRING
Munitionsentsorgung zu Zeiten der Weimarer Republik
Versenkt und vergessen
Rüstungsaltlasten in den Meeren sind seit einigen Jahren ein brisantes Thema von öffentlichem Interesse – obwohl Behörden dies gezielt zu vertuschen suchen. Aktuell räumt zwar die Bundesregierung Munitionsversenkungen zumindest für den Zeitraum direkt nach 1945 ein, von früheren Entsorgungen im Meer ist indes bislang nicht die Rede. Dem soll hier abgeholfen werden.
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Jg. 24 / Heft 04 – Dezember 2009
STEFAN NEHRING
Bundesregierung beantwortet Anfrage zu 6000 Tabun-Granaten: Ein Kommentar
Das giftige Erbe vor Helgoland
Seit mehr als 60 Jahren lagern nur wenige Seemeilen südlich von Helgoland rund 6000 Tabun-Granaten auf dem Meeresgrund. Tabun ist ein bis heute extrem gefährlicher Kampfstoff, der während des Dritten Reichs von deutschen Chemikern entwickelt wurde. Nach Berichten in WATERKANT und etlichen anderen Medien hatte der Bürgermeister von Helgoland eine umgehende Bergung gefordert. Inzwischen hat das Thema auch den Bundestag erreicht.
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Jg. 25 / Heft 01 – März 2010
STEFAN NEHRING
Kieler Landesregierung entscheidet über Tabun-Granaten vor Helgoland
Nervengas bleibt auf dem Meeresgrund
11. Februar 2010, Landeshaus Kiel, Landespressekonferenz: Der Staatssekretär des schleswig-holsteinischen Innenministeriums, Volker Dornquast (CDU), erklärt, die rund 6000 Tabun-Granaten vor Helgoland würden auf dem Meeresgrund belassen. Ein weitreichender Entschluss, der verschiedene Hintergründe hat, der offene Fragen beantwortet, aber auch weitere Konsequenzen fordert.
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Jg. 25 / Heft 04 – Dezember 2010
STEFAN NEHRING
Naturschutzverbände hatten zum Munitionskongress MIREMAR eingeladen
Bergen statt Sprengen
Mindestens 500.000 Tonnen Munition lagern im seichten Wasser von Nord- und Ostsee direkt vor unseren Stränden. Neben Detonationen bedrohen große Mengen giftigster Munitionsinhaltsstoffe Mensch, Natur und Umwelt. Aber welches Konzept zum Umgang mit diesen tickenden Zeitbomben ist das richtige? Die Antwort auf diese Frage stand im Mittelpunkt eines internationalen Kongresses in Neumünster, zu dem drei Naturschutzverbände eingeladen hatten.
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Jg. 26 / Heft 04 – Dezember 2011
STEFAN NEHRING
Bund/Länder Arbeitsgruppe legt ersten Bericht über „Munitionsaltlasten im Meer“ vor
Gefahr erkannt! – Gefahr gebannt?
Am 5. Dezember hat eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Landes- und Bundesbehörden in Hamburg die Ergebnisse ihrer dreijährigen Untersuchung über hochexplosive und giftige alte Kampfmittel auf dem Meeresgrund der Öffentlichkeit vorgestellt. WATERKANT hat dieses Thema seit vielen Jahren kritisch begleitet – hier eine erste Zwischenbilanz.
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Jg. 27 / Heft 01 – März 2012
STEFAN NEHRING
Alte Dokumente belegen jahrzehntelanges Verdrängen und Abwiegeln
Codename „Spaten“ – Giftgas in der Flensburger Förde
Die von der Bund-Länder-AG „Munitionsaltlasten im Meer“ beauftragten Gutachter hatten Ende 2011 noch Beruhigungspillen verteilt: Kampfstoffmunition im Bereich der Küstengewässer spiele keine Rolle, „trotz anderslautender Hinweise in den Medien“. Eine fatale Fehleinschätzung, da Medien oft auf das Wissen von Experten zurückgreifen: Nicht nur vor Lübeck odervor Helgoland, auch in der Flensburger Förde besteht Giftgasgefahr.
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Jg. 27 / Heft 02 – Juni 2012
STEFAN NEHRING
Seit mehr als 200 Jahren dezimiert detonierende Munition die Schweinswal-Bestände
Die Qual der Wale
1801 startete der „Siegeszug“ der Seeminen, als Napoleon die erste erfolgreiche Versenkung eines Schiffs durch einen Unterwassersprengkörper finanzierte. Bis heute brachte der Einsatz dieser Minen dem Menschen millionenfaches Leid. Wenig Beachtung fanden bisher jedoch die immensen Kollateralschäden in Umwelt und Natur, die durch jede Detonation – egal ob im Kriegseinsatz oder bei Beseitigung der Munition – entstehen.
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Jg. 29 / Heft 01 – März 2014
STEFAN NEHRING
Nach knapp 20 Jahren legt HELCOM neuen Bericht zu Chemiewaffen in der Ostsee vor
Nebeltruppe im Einsatz (Doppel-PDF, 2 Artikel)
Lange hat die Helsinki-Kommission (HELCOM) gebraucht, um nach 1994/95 einen neuen Statusbericht zur Situation der in der Ostsee versenkten Massen von Chemiewaffen vorzulegen. Das überraschende Ergebnis ist folgenschwer: Man missachtet wissenschaftliche Standards, vergisst alte und ignoriert neue wichtige Erkenntnisse, wiederholt ohne kritisches Hinterfragen alte beschwichtigende Aussagen und erkennt wesentliche Zusammenhänge nicht.
STEFAN NEHRING
Über die Risiken und den Umgang mit dem Weltkriegserbe an unseren Küsten
Gefährliches Strandgut (siehe oben)
Jahrzehntelang wurde das Thema Munition im Meer und an den Stränden von offizieller Seite kleingeredet. Aufgeschreckt vor allem durch hier publizierte Erkenntnisse zum wahren Umfang der Probleme, bemüht sich seit kurzem ein Bund/Länder-Expertenkreis darum, Licht ins Dunkel zu bringen – aber ganz offensichtlich nur mit äußerst schwacher Beleuchtung, wie dessen aktueller Umgang mit den Gefahren durch angespülte Kampfmittel zeigt.
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Jg. 29 / Heft 04 – Dezember 2014
STEFAN NEHRING
HELCOM bestätigt erstmals Vergiftung durch versenkte Munition nach Fischverzehr
Kampfstoff – frisch auf den Tisch
„Eine Gefährdung des Verbrauchers durch kontaminierten Fisch ist unwahrscheinlich und konnte bisher nicht belegt werden“, resümiert der Bund-Länder-Expertenkreis „Munition im Meer“ in seinem Ende 2011 vorgelegten Bericht. Das ist aber nicht die ganze Wahrheit über den Verzehr munitionsverseuchter Fische, wie jetzt die Helsinki-Kommission (HELCOM) bestätigt hat.
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Jg. 30 / Heft 02 – Juni 2015
STEFAN NEHRING
Wenn falsche Vorsorge zu teurer Nachsorge wird
Explosiver Aufspülsand
Eigentlich wollte Mecklenburg-Vorpommern aus den teuren Fehlern der Vergangenheit lernen: Keine Aufspülung munitionsbelasteter Sande mehr an den Ostseestränden. Und nun das: Innerhalb eines Jahres muss ein zweiter Badestrand nach einer Sandaufspülung wegen Munition kostspielig saniert werden. Zufall – oder Fehler im System?
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Jg. 30 / Heft 04 – Dezember 2015
STEFAN NEHRING
Bis heute schon 1138 Opfer durch Altmunition an der deutschen Nord- und Ostsee
Munitions-Unfälle – und kein Ende …
Glaubt man den jährlichen Berichten des Bund-/Länder-Expertenkreises „Munition im Meer“, sind Unfälle mit alten Kampfmitteln heute ein eher seltenes Ereignis. Stimmt das oder fehlt dem Expertenkreis der notwendige Überblick? Aktuelle Vorfälle, die in den Berichten jedoch keine Erwähnung finden, lassen Letzteres vermuten: Anlass für ein Update der 2007 / 2008 exklusiv in WATERKANT publizierten Statistik zu Munitions-Unfällen.
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Jg. 32 / Heft 02 – Juni 2017
STEFAN NEHRING und AXEL RIEDEL
Alte Seemine stellt bisheriges Sicherheitskonzept in Frage
Fundstück mit Sprengkraft
Eigentlich ist man sich sicher: In ihren Jahresberichten verbreitet die Bund-Länder-Expertengruppe „Munition im Meer“ die Überzeugung, keine alte Seemine bedrohe mehr direkt die Schifffahrt. Und nun das: Mitten im Offshore-Windpark „Godewind 2“ dümpelte Anfang Januar dieses Jahres an der Wasseroberfläche eine mit mindestens 150 Kilogramm Sprengstoff bestückte deutsche Ankertaumine aus Weltkriegszeiten. Belanglos oder akute Bedrohung?
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Jg. 34 / Heft 04 – Dezember 2019
STEFAN NEHRING
Bundesmarine ignoriert beharrlich Belange des Naturschutzes
Minensprengung sorgt für Zündstoff
Froh gelaunt startete eine Gruppe Angler am 29. August 2019 an Bord des Motorschiffs „Einigkeit“ in Richtung Fehmarnbelt. Ihr Törn wurde aber jäh gestoppt. Gewaltige Detonationen erschütterten das ganze Schiff: Wenige Seemeilen entfernt war die Bundesmarine einmal wieder auf ihre ganz eigene Art und Weise im Einsatz.
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Jg. 35 / online – Juni 2020
STEFAN NEHRING
Giftgasversenkung durch die Alliierten in der Lübecker Bucht
Die Büchsen der Pandora
Lange Zeit haben deutsche Behörden immer wieder beteuert, es habe nach dem Zweiten Weltkrieg in deutschen Gewässern niemals Giftgasversenkungen gegeben – „lediglich“ weit entfernt auf hoher See von Nord- und Ostsee seien diese tödlichen Altlasten verklappt worden. Diese Behauptung konnte jetzt ein weiteres Mal widerlegt werden – für die Lübecker Bucht.
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Jg. 38 / online – August 2023
BURKHARD ILSCHNER
Die Hinterlassenschaft zweier Kriege bleibt noch lange ein Problem
Munitionsaltlasten auf dem Meeresgrund
Es begann vor mehr als 100 und eskalierte vor rund 75 Jahren: Die Rede ist von Munitionsaltlasten zweier Weltkriege, die langsam vor sich hin rotten und eklatante Gefahr bedeuten für Menschen auf und an den Meeren, für Fischerei, Sportschifffahrt und Tourismus und vor allem für die Meeresumwelt. Bis heute wird das Problem politisch und administrativ verschleppt, verharmlost oder geleugnet. Erst in diesem Jahr hat die Bundesregierung die Entwicklung von Lösungskonzepten beauftragt, die 2024/25 zu ersten Bergungsversuchen führen sollen – Ende offen.
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WATERKANT (online) steht für weitere Veröffentlichungen zum Thema gerne zur Verfügung: Bei Interesse bitte Kontakt aufnehmen.
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